Kaiserliche Weihnachtsdinner

Während seines Exils feierte Wilhelm II. zusammen mit seiner Familie Weihnachten in Huis Doorn. Er wollte dort dieselbe kaiserliche Weihnachtsatmosphäre schaffen wie in den Palästen, in denen die Familie zuvor gewohnt hatte - etwa auf der Burg Hohenzollern und im Neuen Palais. Wie tat er das? Und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind zu erkennen?

Hier lesen Sie der Reihe nach, wie das Weihnachtsfest im Neuen Palais in Potsdam, auf der Burg Hohenzollern in Hechingen und in Huis Doorn in Doorn gefeiert wurde.

Neuen Palais Potsdam

Potsdam

Neues Palais

Das Neue Palais in Potsdam wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Der Bau des barocken Schlosses wurde 1763 von Friedrich dem Großen begonnen. Wilhelm II. war der erste Hohenzollern, der das Neue Palais mehrere Monate im Jahr als Residenz nutzte. Ab 1888, dem Jahr seiner Thronbesteigung, ließ er das Gebäude nach und nach mit den neuesten Errungenschaften ausstatten: Zentralheizung, Telefons, Badezimmer und elektrische Beleuchtung.

Weihnachtsfeier im Neuen Palais im Jahr 1910

Um 16:00 Uhr fand in der Marmorgalerie das Weihnachtsdinner statt, an dem nicht nur die kaiserliche Familie teilnahm, sondern auch das höhere Personal wie Adjutanten, Hofdamen und Gouvernanten. Auf der Speisekarte standen Bierkarpfen, Weihnachtsgans und als Dessert eine mit Alkohol getränkte Weihnachtspudding nach dem Rezept von Königin Victoria.

In der diesjährigen Weihnachtsaufstellung soll Porzellangeschirr aus der Neuosier-Kollektion auf den Weihnachtstafeln sowohl im Neuen Palais als auch in Huis Doorn gezeigt werden.

Nach dem Dinner begab sich um 16:45 Uhr alle unter Glockengeläut in den Grottensaal. Dort waren für den Kaiser und die Kaiserin zwei große Weihnachtsbäume aufgestellt, und für jedes der sieben Kinder stand ein Baum, der der Größe des jeweiligen Kindes entsprach. Neben jedem Baum war ein eigener Geschenktisch vorbereitet.

Im Vestibül des Huis Doorn kann man sehen, wie dies wohl ausgesehen haben muss - mit all den Weihnachtsbäumen für die Kinder, den Geschenken und einem großen Baum für den Kaiser.

"Weihnachten im neuen Palais war für uns geschwister der höhepunkt des Jahres."

Während der Adventszeit gründeten die Kinder Wilhelms II. einen Familienchor, um Weihnachtslieder zu proben, die am Heiligabend aufgeführt werden sollten. Der Chor bestand aus den sechs Söhnen und der einzigen Tochter des Kaisers und wurde durch die Hofdame Claire von Gersdorff sowie zwei Adjutanten verstärkt. Die Leitung lag in den Händen des Hofpredigers Johannes Kessler. 

SPSG Nicole Romberg (13)
SPSG Nicole Romberg (8)
SPSG Nicole Romberg (9)
SPSG Nicole Romberg (1)
SPSG Nicole Romberg (10)
Bhz rb winterzauber zellerhorn s y626mjcy8d5jkmn

Hechingen

Burg Hohenzollern

Obwohl die Burg Hohenzollern bereits aus dem 11. Jahrhundert stammt, gewann sie für die kaiserliche Familie erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ließ die alte Ruine im neogotischen Stil wiederaufbauen, und erst nach seinem Tod wurde sie 1867 von seinem Sohn, dem späteren Kaiser Wilhelm I., feierlich eingeweiht. Obwohl die kaiserliche Familie dort nie wohnte, blieb die Burg für sie von großer historischer Bedeutung. Sie befindet sich bis heute teilweise im Besitz der Familie Hohenzollern.

Der Grafensaal und die Exil-Tafel auf der Burg Hohenzollern

Ein halbes Jahr lang verlieh sie dem ohnehin schon beeindruckenden Grafensaal der Burg Hohenzollern noch mehr Glanz: die kaiserliche Tafel, zwölf Meter lang, für 36 Personen gedeckt und bestehend aus 80 Teilen Tafelgeschirr. Von den 36 Tellern ist jeder ein Unikat, handbemalt mit einer Soldatenszene ganz im Stil seiner Zeit - des 19. Jahrhunderts -, als Zar Nikolaus I. von Russland das edle Sankt Petersburger Porzellan dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. zum Geschenk machte.

Ergänzt wurde die Tafel durch Spiegelplatten, auf denen die auffälligen Aufsätze aus feuervergoldeter Bronze im Stil der griechischen Antike ruhen: die sogenannte Karyatiden - musizierende Frauenfiguren auf Säulen - und Psychen, große Figurenschalen für üppige Blumengestecke, gefertigt nach Entwürfen des berühmten Berliner Architekten und Künstlers Karl Friedrich Schinkel. Für den „Königlichen Winterzauber“ hat Museum Huis Doorn die Tafelaufsätze und Teller als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

"Der Königliche Winterzauber ist nicht nur ein weihnachtsmarkt, sondern auch eine ausstellung innerhalb und außerhalb des schlosses."

Statt Buden-Charme und Gedränge bietet er weihnachtliche Atmosphäre in historischem Ambiente. Im Grafensaal ist ein zwölf Meter langer Tisch (die Exil-Tafel) mit originalem Geschirr und Silber aus kaiserlichem Besitz aufgebaut, flankiert von einem sieben Meter hohen Weihnachtsbaum.

574029152 18077207240331679 1104616568842135346 n
573963465 18077207249331679 3188839539842192317 n
571796212 18077207267331679 2486240938025270373 n
Media.media.1537a8fe b012 41db 8932 767f16f4250d.original1024
586681373 18079970747331679 4738650358495702179 n
20180325 202854

Doorn

Huis Doorn

Das Museum Huis Doorn ist der ehemalige Exilort des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg floh er 1918 in die neutralen Niederlande. 1920 kaufte Wilhelm II. Huis Doorn, wo er bis zu seinem Tod 1941 lebte. Wilhelm II. füllte Huis Doorn mit dem Inhalt von 64 Eisenbahnwaggons aus Deutschland. Möbel, Gemälde, Silbergegenstände und Teppiche ermöglichten es dem Schlossherrn, in seinem kleinen Palast weiterhin nach seinem Geschmack zu leben.

Kaiserliche Weihnachten in Huis Doorn

Zu Weihnachten tischte der Kaiser groß auf. Das feinste Geschirr wurde aus dem Schrank geholt und köstliche Speisen wurden serviert. Wie war der Tisch für das Weihnachtsessen, das Mittagessen und den „Afternoon Tea“ gedeckt? In der Empfangshalle können Sie sehen, wie die kaiserliche Familie Weihnachten feierte, als sie noch in Deutschland lebte – komplett mit acht geschmückten Weihnachtsbäumen, einem für jedes Familienmitglied.

In der Sonderausstellung dieses Jahres gibt es besondere Objekte zu sehen. Bewundern Sie das Ballkleid der ehemaligen Kaiserin Auguste Viktoria und die Marineuniform des Kaisers mit dazugehörendem Offiziersschwert aus 1909. Neben dem kaiserlichen Porzellan und das vergoldete Geschirr, mit dem die verschiedene Tische gedeckt sind, gibt es auch ein Prunkbuffet mit Silber aus dem 18. Jahrhundert zu sehen.

"Prunkvoll dekoriert und in märchenhafter Atmosphäre: So wurde Weihnachten vor 100 Jahren in königlichen Kreisen gefeiert!"

Möchten Sie dieses Jahr das wahre Weihnachtsgefühl erleben? Dann tauchen Sie ein in die authentische, nostalgische Weihnachtsatmosphäre und bestaunen Sie die wunderschön dekorierten kaiserlichen Innenräume.

20231222 165128
TS 20221218 KerstHuisDoorn 1500
TS 20251114 HuisDoorn Eetkamer 013 lowres
TS 20251114 HuisDoorn Eetkamer 025
TS 20231204 Kerst HuisDoorn 329

Museum Huis Doorn macht weltgeschichte persönlich

Tickets

Entdecken und Erleben

Besuchen Sie uns online